STÜCKWERK BERLIN – STÜCKWERK EUROPA
Ein Detailbild des Teppichs

Sehr verletzlich, aber diebstahlgesichert

Neben Schablonenbildern findet man auch filigrane, aus sehr dünnem Papier geschnittene Scherenschnitte an den Wänden.

In den Haaren der sonderbaren Meeresfrau haben sich Tierteile verfangen: ein Affenköpfchen, Käfer (?), ein Totenschädelchen und andere Insekten. Im unteren Teil findet man Schlangen, ein sehr schön ausgeformtes Knochenrückgrat und einen toten Fisch.

Ohne Rücksicht auf die Wandbreite legte die junge Frau (genannt: swoon) so ein Bericht eines Freundes, der dies Schauspiel beobachtete, die verkleisterte Papierrolle oben an und strich sie zügig auf der Wand glatt. Da ihr Motiv größer als der Wandabschnitt war, knickte sie die Seiten ein und klebte über den Rand hinaus weiter. Sie arbeitete ruhig und konzentriert. Beendete ihre Arbeit und verschwand.

Eine Häuserzeile dankt.

Ein merkwürdiger Schutz umgab dies Fabelwesen. Es ist diebstahlgesichert.

„Beständig ist das leicht Verletzliche.“
(Oskar Loerke)

Alle, die die Nixe mitnehmen wollten, scheiterten, denn sobald sie an einer Stelle das dünne Papier lösten, riss es sogleich ein. Sie unterließen ihr fragwürdiges Unterfangen.
Dennoch: Während der Teppich entstand, verschwand dies verletzliche Bild von der Wand!

Zur Zeit dieser Notiz befindet sich an diesem Ort ein Vogelschwarm, und man erkennt Rückstände eines früheren Scherenschnitts. Einzig der Fischabfall ist noch übrig (im Teppich rechts unten).

Da sie zu den ersten Motiven gehörte, war lange Zeit nicht klar, wie viel von ihrem Körper ausgearbeitet werden würde, sie bot den Hintergrund des Jungen, der auf einer Bombe sitzt. Ihr Rücken verstärkt wie eine Schallwelle die Niedergeschlagenheit des Kleinen.
So findet sich im „Abfall“ des Teppichs diese Silhouette.

Weitere Motive des Teppichs: